Am 4. Juli feiern die USA 250 Jahre Unabhängigkeit und Demokratie. Wird es das letzte Jahr sein? Überall auf der Welt zeigt sich die Wiederkehr längst überwunden geglaubter Weltanschauungen. Grossverbrecher der Geschichte werden rehabilitiert, Grossverbrechen relativiert. Fortschrittserzählungen wie die Emanzipation von Sklaven und Frauen werden widerrufen. Macht, Geld, Gewalt und eine messianische Religion sind die Götter der neuen Bewegung. Sie erinnert an die Bewegungen der 1920-er und 1930-er Jahre, auch wenn sie sich Populismus nennt. Es geschieht bei uns, in unseren demokratischen Ländern – den USA, Westeuropa, in Israel, der Schweiz. Was können wir dagegen tun?
Heute vor allem als Übersetzer der Bücher und als Lehrer der Methode von Moshé Feldenkrais bekannt, verstand sich der 1926 in Prag geborene Franz Wurm vornehmlich als Lyriker und Autor in verschiedenen Sparten. In Zürich war er unter anderen mit dem Musiker Yehoshua Lakner und dem Fotografenpaar Luzzi und Michael Wolgensinger verbunden, ausserhalb der Schweiz vor allem mit Paul Celan, mit dem er René Char und andere Autoren aus dem Französischen übersetzte. In Grossbritannien, wo er in den Jahren der Emigration die Schulen besuchte und studierte, freundete er sich mit dem Schriftsteller und Chronisten der «verheimlichten Wahrheit» über Theresienstadt Hans Günther Adler und dem Lyriker Michael Hamburger an. In Deutschland und Österreich waren Günter Eich und Friederike Mayröcker wichtige Bekanntschaften. Franz Wurms Leben und sein dichterisches Schaffen sollen im Spiegel seiner Freundschaften und vielseitigen Neigungen zur Darstellung kommen.
Das Leben von Hermann Grab (1903– 1949) gibt Einblicke in die Prager Moderne, in die europäische Musikgeschichte, die Etablierung der Soziologie als akademische Wissenschaft in der Weimarer Republik und in das Pariser sowie New Yorker Exil. Grab studierte Musiktheorie bei Alexander Zemlinsky, hatte Kontakt zum Kreis um Arnold Schönberg und war ein Weggefährte von Adorno. Als einer der letzten Gesprächspartner Walter Benjamins berichtete Grab von dessen Flucht durch Frankreich und seinem Tod an der spanischen Grenze, bevor er selbst aus Europa entkam.
Der Biograf Malte Spitz gibt im Gespräch mit dem Autor und Literaturwissenschaftler Pino Dietiker Auskunft über seine jahrelange Auseinandersetzung mit Hermann Grab und dessen reichem intellektuellen Netzwerk. Umrahmt wird der Anlass von Musik. Lieder von Theodor Adorno, Max Brod, Ernst Krenek und Arnold Schönberg werden interpretiert von der israelischen Sängerin Yuval Oren und der südkoreanischen Pianisten Sua Lee.
Malte Spitz studierte Neuere Deutsche Literatur und Kunstgeschichte in Berlin und war Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg sowie am Axel Springer-Lehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration in Frankfurt/Oder. Seit Oktober 2023 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Walter Benjamin Kolleg in Bern und Koordinator des SNF-Projekts «Kryptophilologie. Jonas Fränkels ‹unterirdische Wissenschaft› im historischen und politischen Kontext».
Pino Dietiker studierte Literarisches Schreiben in Biel und Germanistik in Berlin und Lausanne, wo er über Carl Seelig und dessen Engagement für das Exil promovierte. Er arbeitete im Robert Walser-Zentrum in Bern und gab eine Auswahl aus Seeligs Briefwechsel mit Max Brod, Nelly Sachs und anderen heraus. Seit 2025 forscht er als Postdoktorand an der Universität Lausanne im Projekt «Translation im Post- Exil. Personen, Texte, Verflechtungen 1945–1960».


Am 4. Juli feiern die USA 250 Jahre Unabhängigkeit und Demokratie. Wird es das letzte Jahr sein? Überall auf der Welt zeigt sich die Wiederkehr längst überwunden geglaubter Weltanschauungen. Grossverbrecher der Geschichte werden rehabilitiert, Grossverbrechen relativiert. Fortschrittserzählungen wie die Emanzipation von Sklaven und Frauen werden widerrufen. Macht, Geld, Gewalt und eine messianische Religion sind die Götter der neuen Bewegung. Sie erinnert an die Bewegungen der 1920-er und 1930-er Jahre, auch wenn sie sich Populismus nennt. Es geschieht bei uns, in unseren demokratischen Ländern – den USA, Westeuropa, in Israel, der Schweiz. Was können wir dagegen tun?
Heute vor allem als Übersetzer der Bücher und als Lehrer der Methode von Moshé Feldenkrais bekannt, verstand sich der 1926 in Prag geborene Franz Wurm vornehmlich als Lyriker und Autor in verschiedenen Sparten. In Zürich war er unter anderen mit dem Musiker Yehoshua Lakner und dem Fotografenpaar Luzzi und Michael Wolgensinger verbunden, ausserhalb der Schweiz vor allem mit Paul Celan, mit dem er René Char und andere Autoren aus dem Französischen übersetzte. In Grossbritannien, wo er in den Jahren der Emigration die Schulen besuchte und studierte, freundete er sich mit dem Schriftsteller und Chronisten der «verheimlichten Wahrheit» über Theresienstadt Hans Günther Adler und dem Lyriker Michael Hamburger an. In Deutschland und Österreich waren Günter Eich und Friederike Mayröcker wichtige Bekanntschaften. Franz Wurms Leben und sein dichterisches Schaffen sollen im Spiegel seiner Freundschaften und vielseitigen Neigungen zur Darstellung kommen.
Das Leben von Hermann Grab (1903– 1949) gibt Einblicke in die Prager Moderne, in die europäische Musikgeschichte, die Etablierung der Soziologie als akademische Wissenschaft in der Weimarer Republik und in das Pariser sowie New Yorker Exil. Grab studierte Musiktheorie bei Alexander Zemlinsky, hatte Kontakt zum Kreis um Arnold Schönberg und war ein Weggefährte von Adorno. Als einer der letzten Gesprächspartner Walter Benjamins berichtete Grab von dessen Flucht durch Frankreich und seinem Tod an der spanischen Grenze, bevor er selbst aus Europa entkam.
Der Biograf Malte Spitz gibt im Gespräch mit dem Autor und Literaturwissenschaftler Pino Dietiker Auskunft über seine jahrelange Auseinandersetzung mit Hermann Grab und dessen reichem intellektuellen Netzwerk. Umrahmt wird der Anlass von Musik. Lieder von Theodor Adorno, Max Brod, Ernst Krenek und Arnold Schönberg werden interpretiert von der israelischen Sängerin Yuval Oren und der südkoreanischen Pianisten Sua Lee.
Malte Spitz studierte Neuere Deutsche Literatur und Kunstgeschichte in Berlin und war Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg sowie am Axel Springer-Lehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration in Frankfurt/Oder. Seit Oktober 2023 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Walter Benjamin Kolleg in Bern und Koordinator des SNF-Projekts «Kryptophilologie. Jonas Fränkels ‹unterirdische Wissenschaft› im historischen und politischen Kontext».
Pino Dietiker studierte Literarisches Schreiben in Biel und Germanistik in Berlin und Lausanne, wo er über Carl Seelig und dessen Engagement für das Exil promovierte. Er arbeitete im Robert Walser-Zentrum in Bern und gab eine Auswahl aus Seeligs Briefwechsel mit Max Brod, Nelly Sachs und anderen heraus. Seit 2025 forscht er als Postdoktorand an der Universität Lausanne im Projekt «Translation im Post- Exil. Personen, Texte, Verflechtungen 1945–1960».